Branchendaten der Systemgastronomie 2025
in Zusammenarbeit mit Circana
Die Daten basieren maßgeblich auf Konsumenteninformationen aus dem CREST Konsumentenpanel der Circana Group GmbH. Die vorliegenden Zahlen blicken konkret und exklusiv auf die Situation in der Systemgastronomie.
Konsumentenausgaben
Die Verbraucher erhöhten auch im Jahr 2025 ihre nominalen Ausgaben für gastronomische Leistungen um weitere 2 Milliarden auf 88,6 Milliarden Euro, ein Wachstum um 2 % gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt der Markt 7 % über dem Niveau von 2019. Dabei performte die Systemgastronomie im Jahresvergleich 2025 vs. 2024 mit 4 % besser als die Individualgastronomie (+1 %). Insgesamt belief sich der Umsatz in der Systemgastronomie in Deutschland im Jahr 2025 auf 36 Milliarden Euro, was 41 % der gesamten Außerhausgastronomie entsprach. Allerdings waren diese Ausgabensteigerungen ausschließlich durch höhere Ausgaben pro Besuch und damit durch Preissteigerungen bedingt.
Besuche
Insgesamt lag die Besuchszahl im Gesamtmarkt 2025 nur auf gleichem Niveau wie 2024 und damit weiterhin 13 % unter dem Vor-COVID-Niveau - also im Vergleich mit 2019. Die Systemgastronomie repräsentierte im Jahr 2025 47 % aller Besuche im Gesamtmarkt und konnte sich damit über ein Plus von 1 % gegenüber dem Vorjahr freuen. Im Vergleich zum Jahr 2019 lag damit das Besuchswachstum der Systemgastronomie mittlerweile bei einem Plus von 13 %. Die Individualgastronomie macht zwar mit einem Anteil von 53 % den größeren Teil aller Gästebesuche aus, sie musste aber im abgelaufenen Jahr ein Besuchsminus von 1 % hinnehmen. Im Vergleich mit dem letzten Vor-Corona-Zeitraum 2019 liegen die Besuchszahlen damit immer noch bei -28 %.
Diese strukturellen Verschiebungen liegen vor allem an der weiteren Systematisierung und Filialisierung von Betrieben, sie deuten aber auch darauf hin, dass die Schließungen gastronomischer Betriebe weitgehend die Individualgastronomie betreffen sowie die Nachfragerückgänge vor allem die individuell geprägte Bediengastronomie trifft. Aber auch Wachstumstreiber wie digitale Bestellmöglichkeiten, das Angebot von Liefer- und Mitnahmemöglichkeiten oder Loyalitätsprogramme werden von der Systemgastronomie stärker genutzt.
Durchschnittsbon
Betrachtet man die Entwicklung der durchschnittlichen Ausgaben pro Gast und Besuch, so lagen diese in der Systemgastronomie ein Drittel höher (+33 %) als noch 2019 und 3 % höher als im Vergleich mit dem Vorjahr 2024. Im Durchschnitt betrug ein Bon pro Besucher in der Systemgastronomie 7,15 €. Der „Eater Check“ in der Individualgastronomie stieg im Vergleich zu 2019 etwas moderater an (+24 %), lag in absoluten Zahlen mit 9,24 € allerdings deutlich höher. Im Jahresvergleich war es dort ein Plus von 2 %.
Umsatzanteile
Gemessen in den Umsätzen verbuchten die Schnellrestaurants (QSR) innerhalb der Systemgastronomie knapp die Hälfte aller Gesamtausgaben (48 %) für sich und blieben somit der bedeutendste Absatzkanal, gefolgt vom Lebensmitteleinzelhandel (und deren gastronomischen Leistungen) mit 13 %. Hotellerie und Betriebsrestaurants belegen mit jeweils 8 % auf dem dritten Platz. Nur 7 % der Ausgaben innerhalb der Systemgastronomie wurden in der klassischen Bediengastronomie ausgegeben.
Wachstum der Marktsegmente
In der Gastronomie insgesamt (System- und Individualgastronomie) konnten im Jahr 2025 besonders zwei Marktsegmente wachsen: Einerseits die gastronomischen Leistungen des Handels mit den Angeboten aus Einzelhandel, Tankstellen und Restaurants in Kauf-/Waren- und Möbelhäusern mit einem Besuchsplus von 1,3 % aufgrund von deutlich ausgebautem Angebot und gutem Preisleistungsverhältnis. Andererseits wuchs auch die Nachfrage in Betriebsrestaurants und Mensen – hier vor allem bedingt durch die Entwicklung „Back-to-the-Office“.
Weiterhin stieg dabei aber vor allem der Anteil an gelieferten Speisen und Getränken der im Vergleich zum Vorjahr um 10 % Besuche wachsen konnte und für die Systemgastronomie mittlerweile ein überdurchschnittlich wichtiger Wachstumsfaktor wurde.
ZIELGRUPPEN
Die Gruppe der 18-29-Jährigen repräsentiert den höchsten Besuchsanteil in der Systemgastronomie (27 % aller Besuche), verlor aber im Jahresvergleich. Wachsen konnte hingegen die Gruppe der über 50-Jährigen, die mittlerweile einen Anteil von 21 % darstellt. Insgesamt suchten mehr weibliche Gäste die Systemgastronomie auf (40 % aller Besuche gingen 2025 auf deren Konto) und auch Besucher mit eher höherem Einkommen entdeckten die Systemgastronomie im Jahr 2025 mehr und mehr für sich.
AUSBLICK
Die aktuelle Situation in der Gastronomie bleibt anspruchsvoll. Besonders die Bediengastronomie hatte auch im Jahr 2025 – nach den bereits deutlichen Rückgängen in 2024 – weitere Einbußen bei den Gästezahlen zu verzeichnen. Faktoren wie die allgemeine Inflation, wirtschaftliche Unsicherheit und eine zurückhaltende Konsumstimmung bei preissensiblen Gästen führten weiterhin zu einer reduzierten Ausgabenbereitschaft – insbesondere in den stimmungsabhängigen Gastronomie-Segmenten.
Die Vorzeichen für 2026 sind wieder besser: gestiegen finanzielle Erwartungen, deutlich reduzierte Home-Office-Quoten sowie wichtige langfristige Wachstumstreiber – darunter der steigende Anteil berufstätiger Frauen, mehr Single-Haushalte und die wachsende Bedeutung der Altersgruppe 60+ – könnten dem Markt neuen Schwung geben.
Aufgrund der Mehrwertsteuersenkung sollten die Preiserhöhungen in 2026 moderater ausfallen als in den Vorjahren. Neben den gestiegenen Ausgaben pro Besuch dürfte daher auch die Nachfrage insgesamt wieder leicht anziehen und zu einem moderaten Besuchsplus führen. Zwar wird das Wachstum voraussichtlich noch verhalten ausfallen, dennoch stehen die Zeichen für 2026 auf Erholung – und das Jahr könnte den lang ersehnten Wendepunkt für die Gastronomie markieren.