Branchendaten

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in Zusammenarbeit mit npdgroup Deutschland GmbH

npdgroup

Die Daten basieren primär auf Konsumenteninformationen aus dem CREST Konsumentenpanel der npdgroup deutschland GmbH.

Die ermittelten Prognosen beruhen in erster Linie auf der Anwendung statistischer Rechenmodelle und historischer Daten aus dem CREST Verbraucherpanel bis inklusive Dezember 2021. Wichtig sind auch die Abhängigkeiten der Gastronomiebesuche- und Ausgaben der Bundesbürger von verschiedenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einflussfaktoren in der Vergangenheit auf die Zukunft. Mit externen Daten zu diesen Einflussfaktoren (z. B. Wirtschaftsleistung, Arbeitslosigkeit etc.) wurden ein Modell für die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt und die Segmente im Außer-Haus-Geschäft erstellt. Die vorliegenden Zahlen blicken konkret und exklusiv für den BdS auf die Situation in der Systemgastronomie.


Konsumentenausgaben

BdS

Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Konsumentenausgaben 2021 bei +6 % und damit allerdings immer noch fast ein Drittel unter dem Vorkrisenniveau 2019 (-31 %). Dabei performte die Systemgastronomie 2021 erneut deutlich besser (+14 %) als die Individualgastronomie (+2 %). 2021 war die Systemgastronomie 21 Milliarden Euro groß und verantwortete 36 % der gesamten Gastronomie in Deutschland.


Besuche

Zwar lagen die Besuche in der Systemgastronomie im Vergleich zum „Old Normal“ 2019 um -15 % niedriger, der Anteil stieg aber gleichzeitig auf 42 % im Jahr 2021. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Systemgastronomie im Jahr 2021 ein Plus von 10 % an Besuchen aufweisen - deutlich über dem Gesamtmarkt mit einem Besuchsplus von 2 %.


Umsatzanteile

Über die Krise hinweg blieben die Schnellrestaurants (QSR) für die Systemgastronomie mit inzwischen 54 % der bedeutendste Umsatzkanal, gefolgt vom Lebensmitteleinzelhandel mit 16 %.


Wachstum der Marktsegemente

Von 2020 auf 2021 konnten die beiden folgenden Marktsegmente innerhalb der Schnellgastronomie (QSR) am stärksten zulegen (Umsatz brutto): Ethno-Systemgastronomie (+33 %) und Pizza/Italienische Systembetriebe (+32 %).


Konsumanlässe

Das Liefergeschäft legte in der Systemgastronomie auch im letzten Jahr noch mal spürbar zu: Es sind mittlerweile 8 % aller Transaktionen, die zur Lieferung stattfinden. 9 % aller Besuche finden zur Abholung statt und Drive-in-Schalter stehen für knapp 16 % aller Besuche – jeweils noch mal mit Zuwächsen im Vergleich zum Vorjahresniveau. Solche Tendenzen in puncto Konsumanlässe waren prinzipiell auch schon vor der Krise sichtbar, wurden aber durch die veränderte Marktsituation noch mal verstärkt.

BdS

Zielgruppen

Welche Zielgruppen in der Systemgastronomie waren die Gewinner und welche Verlierer? Zugenommen haben die Besuche vor allem der jüngeren Zielgruppen/Familien sowie der älteren Konsumenten ab 55 Jahren. Rückläufig war hingegen vor allem die Gruppe der Berufstätigen (35 bis 54 Jahre).


Sicherheitskonzepte

Nach wie vor sind für die Gäste Sicherheitskonzepte in Bezug auf COVID-19 entscheidend, um ein Restaurant aufzusuchen. In einer repräsentativen Studie sagten 61 % aller Gäste, dass sie das Restaurant nur besuchen würden, wenn entsprechende Sicherheitskonzepte wie Abstandsregeln oder eine verringerte Anzahl der Tische vorhanden wären.


FAZIT:

Auch das zweite Jahr der Pandemie konnte die Systemgastronomie
besser abschließen als die Individualgastronomie.
Schnelles Einstellen auf sich verändernde Marktsituationen und
entsprechende Maßnahmen zahlen sich aus.


Ausblick

Nach fast zwei Jahren der Pandemie bleiben immer noch sehr viele unbekannte Größen und viele Unsicherheiten in der Gastronomiebranche. Fachkräftemangel, steigende Rohstoffpreise, Inflation und verändertes Konsumentenverhalten werden die Branche auch im kommenden Jahr begleiten. Einige neue Konzepte, wie Homeoffice oder Online-Meetings anstelle von Geschäftsreisen, haben einen direkten Einfluss auf bestimmte Gastronomiezweige, wie On-Board-Catering, Verkehrsstandorte oder Arbeits- und Ausbildungsplatzkantinen. Die Marktforscher der npdgroup nähern sich jedoch mit einem datenbasierten Modell einer potenziellen Einschätzung der Marktentwicklung in den Jahren 2022 und 2023 unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien. Im Szenario „Under Control“ wird für das Jahr 2022 ein Umsatzminus von 3,6 % im Gesamtmarkt erwartet. Dabei wird die Schnellgastronomie (QSR) auch dieses Jahr noch am besten unter allen Segmenten abschneiden. Am härtesten trifft es im Jahr 2022 das relativ kleine Segment des On-Board-Caterings, aber auch Caterer müssen mit einem Umsatzminus rechnen, was u.a. dem Homeoffice und Homeschooling geschuldet ist. Die klassische Bediengastronomie litt während der Pandemie sehr, da sie von den gesetzlichen Bestimmungen (z.B. kein Innenbetrieb) stark betroffen war. Auch im kommenden Jahr wird es die FSR-Gastronomie daher schwer haben: ein Umsatzminus von 3,8 % wird hier prognostiziert.

Was wird nun zukünftig besonders wichtig sein? Vier Themen aus Sicht der npdgroup:

1. Digitalisierung & Delivery

Diese zwei Themen gehören zusammen und werden in der Zukunft wichtig bleiben. Digitale Lösungen haben während der Pandemie an Bedeutung gewonnen und werden auch in der Zukunft immer wichtiger. Immer mehr Anbieter bringen innovative digitale Lösungen auf den Markt – von Loyalty-Programmen über schnelles Bezahlen bis hin zu neuen ausgefallenen Konzepten. Der Erfolg der Lieferdienste ist zurzeit nicht zu bremsen. Die aktuellen Anbieter expandieren kontinuierlich und es kommen immer mehr dazu.

2. Neue Konzepte

Eine Vielzahl spannender neuer Konzepte wie Shop-in-Shop oder Pop-up Stores erscheinen aktuell auf dem Markt. Die Grenze zwischen Handel und Gastronomie verschwimmt immer mehr mit To-go-Optionen und Shop-in-Shop-Konzepten. Pop-up Stores ermöglichen Restaurantanbietern, sich schneller und einfach an die neuen Kundenbedürfnisse und Konsumentenverhalten anzupassen. International gewinnen sog. Dark Kitchens an Bedeutung

3. Veränderung im Privat- & Arbeitsleben

Die Pandemie hat viele unserer Gewohnheiten in der Krise geändert und wird es auch in der Zukunft tun. Mehr Homeoffice und Online Meetings, weniger Geschäftsreisen und Urlaub zu Hause sind veränderte Gegebenheiten, die auch nach der Pandemie bleiben werden. So werden andere Standortkriterien gelten wie z.B. ein Fokus auf vom Wohnen geprägte Standorte und Stadtteilzentren – und weniger auf Verkehrsknotenpunkten und Office Locations. Die Reduktion von Geschäftsreisen wird einen nachteiligen Einfluss auf Hotels sowie auf das Geschäft an Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen haben.

4. Nachhaltigkeit & Veganismus

Vegetarische und vegane Angebote werden immer präsenter in der Gastronomie und Nachhaltigkeit ist ein Topthema für Konsumenten. Immer mehr Anbieter bieten vegetarische und vegane Speisen sowie Nachhaltigkeitskonzepte im Foodservice-Markt an. Regionalität, Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, umweltschonende Verpackungslösungen und weniger Fleischkonsum sind allesamt relevante Themen für die Zukunft im Foodservice-Markt.