Pizza Hut

Pizza Hut

Pizza Hut in Zahlen, Deutschland

  BdS Gründungsmitglied
Mitarbeitende ca. 2.500
Restaurants 84
77 davon Franchisebetriebe
Umsatz 2021 40 Millionen Euro
Pizza Hut

Pizza Hut wurde bereits 1959 von den Brüdern Frank und Dan Carney aus Wichita, Kansas, ins Leben gerufen, als sie ihr erstes Pizzarestaurant eröffneten und damit die Basis für das heute bekannte Pizza Hut schufen. Das unscheinbare Gebäude (Hut = Hütte) war nicht nur Namensgeber des Lokals, sondern auch der heute weltbekannten Marke. Pizza Hut umfasst derzeit rund 18.000 Restaurants in fast 100 Ländern.

Seit 2002 gehört Pizza Hut zusammen mit den Marken KFC und Taco Bell zum Unternehmen Yum! Brands, Inc. Das erste Pizza Hut Restaurant in Deutschland eröffnete 1983. Nach wie vor wird der Großteil dieser Standorte durch Restaurants mit Tischservice abgedeckt, jedoch werden in den nächsten Jahren neben Dine-in-Restaurants auch vermehrt Delivery-Einheiten und Express-Stores eröffnet. Nachdem 2013 der erste Delivery-Standort eröffnet worden war, konnten in den letzten Jahren neun weitere Delivery-Restaurants ihre Pforten für den Pizzagenuss öffnen. An diesen Standorten gibt es keinen Tischservice. Der Fokus liegt auf dem Liefergeschäft, aber auch attraktive Take-away-Angebote zum Selberabholen warten auf Pizza Hut Fans.


Matthias Kern
Matthias Kern, Brand President Pizza Hut Director Deutschland

Rück- und Ausblick von Matthias Kern, Brand President Pizza Hut Director Deutschland

Wie bewerten Sie das Geschäftsjahr 2021?

Wie die gesamte Gastronomie weltweit, war auch Pizza Hut Deutschland von Covid-19 und den damit verbundenen Einschränkungen betroffen. Da mehr als 70 % des Pizza Hut Umsatzes im Inhouse-Geschäft erzielt werden, haben besonders die Lockdowns die Ergebnisse geschmälert.

Wir haben 2021 weiterhin den Fokus auf den weiteren Ausbau von Delivery- und Take-away Umsätzen gelegt. Der Umsatz über digitale Kanäle (Webseite,
Lieferando, Uber Eats) erreichte teilweise bis zu 50 % des Umsatzes. Dadurch konnten wir einen weiteren Umsatzrückgang in 2021 verhindern. Um auf die geänderten Verhältnisse post Corona vorbereitet zu sein, haben wir im zweiten Quartal 2021 die Umsetzung eines Technologiepaketes gestartet. Dieses Technologiepaket umfasst ein einheitliches POS System, eine neue Omnichannel Plattform (TicTuk), ein topmodernes Fahrermanagement, AI-Küchenmanagementsystem (Dragontail) und eine neue BI-Plattform (Manthan). Für unsere Storemanager haben wir mit HutBot eine Smartphone-App gelauncht, die künftig das Tagesgeschäft digital erleichtert. Die Umsetzung des gesamten Technologiepaketes wird Ende Q2 2022 komplett abgeschlossen sein. Somit ist Pizza Hut Deutschland auf die wachsenden digitalen Herausforderungen der Zukunft bestens vorbereitet.

Was sind Ihre Erwartungen für das Jahr 2022?

Wir werden weiter den Fokus auf den Ausbau des Delivery- und To-go-Geschäfts richten. Wichtigster Punkt wird die weitere Einführung von Technologie
sein, um den Erwartungen der Gäste Rechnung zu tragen. Dinge wie BYOD (Bring Your Own Device) oder Curbside Pickup sind hier nur zwei Themen neben Fahrermanagementsystemen und Store-Manager-Apps. Expansion, besonders bei Delivery-Standorten, wird eines der zentralen Themen sein. So planen wir im Jahr 2022 mindestens zehn Neueröffnungen sowie die ersten sogenannten Side-by-Side-Freestander mit unserer Schwestermarke KFC. Ferner werden wir den Fokus auf die Optimierung unseres Produktportfolios richten, um den kommenden Anforderungen wie Personalkostensteigerung, höheren Rohstoffpreisen und stark wachsender Inflation gewappnet zu sein. Auch das Krisenmanagement zur Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen und Equipment wird eine zentrale Rolle spielen.

Welche Neuerungen gibt es in Ihrem Konzept?

Wir möchten insbesondere bei der Digitalisierung weitere Fortschritte machen. Dabei wollen wir zum einen das Kundenerlebnis verbessern, aber auch den Arbeitsalltag für unsere Teams vor Ort in den Stores vereinfachen. Ein großes Projekt ist in diesem Zusammenhang die Implementierung der HutBot-App. Der HutBot ist wie ein Area Coach in der Hosentasche, der zunächst die gesamte HACCP-Dokumentation digitalisiert, so dass auf Papierchecklisten weitestgehend verzichtet werden kann. Darüber hinaus gibt die App den schichtführenden Managern Tipps zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität und Performance. Dafür greift die App auf unterschiedliche Datenquellen wie Gästefeedbacks und Ergebnisse aus Qualitätskontrollen zurück, um jedem Restaurant zielgerichtete und individualisierte Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Dabei entwickelt sich die App durch Machine Learning stetig weiter.

2022 feiern wir "15 Jahre BdS". Was verbinden Sie mit Ihrem Verband?

Insbesondere die Coronakrise hat gezeigt, dass wir im BdS einen starken Partner haben. Der schnelle und kontinuierliche Erfahrungsaustausch hat es uns ermöglicht, auch in der Krise gute und hilfreiche Entscheidungen zu treffen.

Welche Signale waren für Sie entscheidend?

Nach fast 30 Jahren in der Quick-Service-Gastronomie und insbesondere bei erfolgreicher Einführung von internationalen Marken auf dem deutschen Markt haben für mich die Qualität von Leadership und eine hervorragende und flexiblere Personalführung immer mehr an Priorität gewonnen. Das betrifft auch die kontinuierlich gestiegene Anforderung an die Partnerschaft mit unseren Franchisenehmern. Darüber hinaus befinden wir uns auch in der Gastronomie seit zehn Jahren in einer immer steiler werdenden Kurve, die die Geschwindigkeit von benötigten Innovationen beschreibt.

Frei nach Charles Darwin gilt auch in der Gastronomie immer mehr: "Nicht unbedingt der Stärkste überlebt, sondern der, der am anpassungsfähigsten ist.“


Das Interview wurde im März 2022 geführt.