Hochland

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Hochland ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Heimenkirch (Allgäu), das sich seit seiner Gründung im Jahr 1927 mit Leidenschaft auf die Produktion und den Vertrieb von Käse spezialisiert hat. Mit rund 5.100 Beschäftigten in acht Ländern und einem Jahresabsatz von 363.000 Tonnen Käse (Jahr 2018)  ist Hochland einer der größten privaten Käsehersteller in Europa. Das Produktportfolio ist vielseitig und umfasst Schmelzkäse, Hart- und Schnittkäse, Frischkäse, körnigen Frischkäse, Weißkäse/Feta, Weichkäse und Kräuterquark unter den bekannten Marken Hochland, Grünländer, Almette, Patros, Gervais und Valbrie. Neben unserem Markenbusiness sind wir im Geschäftsfeld CustomerBrands seit Jahrzehnten starker Partner für Handelsmarken, Exportkunden, die Lebensmittelindustrie und den gesamten Foodservice. So ist Hochland langjähriger Partner der Systemgastronomie, seit mehr als 45 Jahren Partner von McDonald’s.

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Der Beginn der Corona-Epidemie war auch bei Hochland durch Unsicherheit geprägt und durch eine völlig aus der Balance geratene Umsatzverteilung – der Foodservice ist auf ein Drittel eingebrochen, die Bestellungen für Private Label, Marke und Export sind explodiert. Viele Produktionslinien standen still, andere liefen 24/7.

Hochland hat sich von Anfang an auf zwei Aufgaben fokussiert: die Gesundheit aller 'Hochländer' im Arbeitsumfeld zu schützen und die Warenversorgung zu gewährleisten ‒ mit maximalem Aufwand. Um dies sicherstellen zu können, haben wir alle anderen Projekte temporär auf Eis gelegt. Das war die Basis für unser Handeln in den ersten drei Monaten der Krise.

Diese mutige Entscheidung, ein sehr gutes Krisen-Management und die enorme Leistungsbereitschaft aller 'Hochländer' waren die wesentlichen Faktoren, die dazu geführt haben, dass Hochland relativ gut durch die Hochphase der Krise gekommen ist.

Die „Hochlaufphase“, in der wir uns meiner Ansicht immer noch befinden, ist geprägt von vielen Herausforderungen, die wir gemeinsam mit unseren Kunden meistern. Gerade im Foodservice versuchen wir durch verlängerte Zahlungsziele oder noch flexiblere Bestellabwicklungen unsere Foodservice-Kunden zu unterstützen. Wir haben dies aber auch schon mit Zahlungsausfällen durch Insolvenzen "bezahlen" müssen.

Was uns Sorgen bereitet, ist der ‒ verständliche und notwendige ‒ Fokus auf dem Hier und Heute. Dies bedeutet, dass aktuell viele unserer Projekte weiter auf Eis liegen und somit jetzt schon klar ist: Die Auswirkungen der Krise werden wir bis weit ins Jahr 2021 spüren.

Ein Dankeschön an all unsere Kunden, die Zusammenarbeit in der Hochphase der Krise war 'outstanding'. In der Krise zeigt sich, wie stabil Partnerschaften sind. Wir bei Hochland sind stolz, so viele belastbare Partnerschaften mit unseren Kunden und Lieferanten zu haben.

Volker Brütting, Geschäftsführer


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Volker Brütting, Geschäftsführer

Rück- und Ausblick von Volker Brütting, Geschäftsführer

Wie zufrieden waren Sie mir dem Geschäftsjahr 2020?
Aufgrund einiger Produktinnovationen, die wir in den Markt bringen konnten, werden wir das Jahr 2019 mit einem Absatzwachstum abschließen, was in gesättigten Märkten eine gute Leistung des gesamten Teams darstellt.

Was sind Ihre Erwartungen für das Jahr 2020?
Aus meiner Sicht wird der Trend hin zur Spezialisierung der Milch in Weidemilch, Tierwohl-Milch und natürlich Bio-Milch weiter anhalten. Dies sind Segmente, in denen wir uns entweder etablieren möchten oder weiter als Innovationsführer den Markt mitentwickeln möchten. Auch Nachhaltigkeitsthemen werden 2020 weiter an Bedeutung gewinnen, was gerade wir in der Milchbranche mitgestalten sollten. Denn für die Konsumenten der Zukunft werden diese Aspekte unserer Produkte deutlich mehr zur Kaufentscheidung beitragen als heute. Dies gilt auch dort, wo wir – beispielsweise mit einer Käse-Scheibe – nur Teil eines Produktes sind, wie etwa einem Burger.

Meine Antwort auf den zweiten Teil Ihrer Frage ist vielleicht eher ein Tagtraum, doch ich würde es gerne in die Kategorie „Größte Hoffnung“ einordnen wollen: dass sich die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln, und ich denke hier vor allem an die Milch, ganzheitlich positiv weiterentwickelt und Nachhaltigkeit sich als erweiterte Qualität so etabliert, dass Verbraucher hierfür auch einen Mehrpreis akzeptieren.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung?
Die Veränderungsgeschwindigkeit wird nicht geringer werden als 2019. Daher erwarte ich auch im neuen Geschäftsjahr, dass wir viele Themen bearbeiten werden, die heute noch nicht auf unserer Agenda stehen. Darauf haben wir uns organisatorisch eingestellt, doch die „VUCA-Welt“ im Daily Business zu managen, bleibt weiterhin eine große Herausforderung.

Meine Antwort auf den zweiten Teil Ihrer Frage ist vielleicht eher ein Tagtraum, doch ich würde es gerne in die Kategorie ‘größte Hoffnung‘ einordnen wollen: dass sich die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln, und ich denke hier vor allem an die Milch, ganzheitlich positiv weiterentwickelt und Nachhaltigkeit sich als erweiterte Qualität so etabliert, dass Verbraucher hierfür auch einen Mehrpreis akzeptieren.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Hochland ist meiner Ansicht nach gut für die Zukunft aufgestellt. Die Erarbeitung einer Vision 2025 hat eine Vielzahl an Optionen und Chancen aufgezeigt. Wer Herausforderungen als Chancen begreift, wird erfolgreich bleiben. Meine persönliche Zukunft sehe ich in der Weiterentwicklung zum Business-Coach und als Pâtissier in der privaten Küche.


Das Interview wurde im Januar 2020 geführt.