Interview mit Heike Bierweiler

7. Juli 2015 – Die Systemgastronomie bezieht Rinderfleisch seit Jahren von Landwirten in Deutschland - McDonald´s Deutschland beispielsweise rund 90 Prozent. Gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband, Vertretern der Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Wissenschaft rief McDonald’s Deutschland 2012 das Bündnis für Exzellenz, Sicherheit, Transparenz in der Wertschöpfungskette Rindfleisch – kurz: „Best Beef“- ins Leben. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte…

Wie es zu dieser Initative kam und was sich dahinter verbirgt, lesen Sie im Interview mit Frau Heike Bierweiler, Director Supply Chain & Quality Assurance.

BdS: Wie kam es zur Initative für BEST Beef?

Bierweiler: Deutsche Verbraucher schätzen regionale Lebensmittel. McDonald’s Deutschland bezieht 90 Prozent seiner Rinder aus Deutschland. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass dem Tierwohl ein hoher Stellenwert zukommt. Aus diesem Grund haben wir 2010 die Arbeitsgruppe BEST installiert.

BdS: Das erste Pilotprojekt lief ab Oktober 2012. Was ist bislang geschehen?

Bierweiler: Sehr viel! Wir konnten aus der Fleischwirtschaft OSI, die Vion Food Group, Müller, Alpenrind und Tönnies Lebensmittel GmbH & Co.KG für unsere Idee gewinnen. Vier Schlachthöfe und 5 Erzeugergemeinschaften unterstützen uns. Rund 1880 landwirtschaftliche Betriebe nehmen aktuell an BEST Beef teil. Mit dem Bayerischen Bauernverband und der QS Sicherheit und Qualität GmbH haben wir weitere starke Partner an Bord. Und die wissenschaftliche Expertise bringt die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in das Projekt mit ein.

BdS: Wer kann am BEST Beef Programm teilnehmen?

Bierweiler: Die Teilnahme steht nach Abschluss der laufenden Pilotphase jedem landwirtschaftlichen Betrieb offen, der QS-zertifiziert bzw. -anerkannt ist und über einen teilnehmenden Partner (z.B. Erzeugergemeinschaft) an einen für BEST Beef zugelassen Schlachthof liefert.

BdS: Was müssen Landwirte tun, um eine Förderung zu erhalten?

Bierweiler: Wir konzentrieren uns auf drei Module: Haltungssysteme, Wiederkäuer gerechte Fütterung und Management. Die jeweiligen Kriterien hierfür wurden gemeinsam mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erarbeitet und auf Praxistauglichkeit getestet. Wir haben mit unseren Partnern außerdem ganz aktuell eine Website entwickelt, über die sich alle Interessierte umfangreich informieren können, und zwar unter www.best-programm.de

BdS: Ein konkretes Beispiel?

Bierweiler: Im Modul Haltungssystem erhalten Landwirte einen Bonus für einen Laufstall oder Anbindehaltung mit Weidegang. Im Modul Management wird honoriert, wenn die Nutzungsdauer eines Tieres 40 Monate übersteigt, und Hygienemaßnahmen, z.B. in Form von betriebseigener Stallkleidung, erfüllt sind.

BdS: Welche Landwirtschaftlichen Betriebe können teilnehmen?

Bierweiler: Die Teilnahme ist ab der Erfüllung eines Moduls für milchviehhaltende Betriebe mit QS/QM möglich. Die finanzielle Förderung erfolgt pro Modul. Es besteht auch kein zusätzlicher bürokratischer Aufwand.

BdS: Sie sprachen vorhin von Zertifizierung – Wer genau überprüft denn die Einhaltung der Kriterien?

Bierweiler: Während der Pilotphase genügt eine rechtsverbindliche Selbstauskunft. Anschließend soll die Einhaltung der Kriterien im Rahmen der regulären QS-Audit (Qualität und Sicherheit)Termine oder QM-Audit (Qualitätsmanagement Milch) -Termine stattfinden. Die QAL GmbH zum Beispiel übernimmt dann diese Kontrolle.

BdS: Ausblick BEST Beef – wie geht es weiter?

Bierweiler: Aktuell suchen wir weitere Kooperationspartner. Wir wollen auch andere Marken für unser Bündnis gewinnen, um uns gemeinsam für eine nachhaltige Wertschöpfung in der deutsche Landwirtschaft stark zu machen.

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