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Viele Wege führen in die Systemgastronomie - eine Branche der Chancen

Marcus Rheindorf, Senior Manager Franchise & QSR bei PepsiCo Deutschland GmbH - dem ersten BdS-Fördermitglied

 

Klassisch Ausgebildete, Quereinsteiger, Zweitkarrieren: Die Landschaft der Systemgastronomen ist so bunt wie das Leben selbst. Nirgendwo sonst wird Offenheit und Vielfalt so selbstverständlich gelebt – und in kaum einer anderen Branche sind eindrucksvolle Karrieren auch ohne akademischen Abschluss möglich.

Wir sprachen mit Marcus Rheindorf, Senior Manager Franchise & QSR bei BdS-Fördermitglied der PepsiCo Deutschland GmbH:

Herr Rheindorf, wie sind Sie zur Systemgastronomie gekommen?

Mit 18 Jahren hatte ich den Führerschein in der Tasche und schon nach 6 Wochen einen Unfall. Glücklicherweise ist niemand verletzt worden. Aber das mühsam zusammen gesparte erste Auto war zerstört. Ich brauchte ein Neues. Also bewarb ich mich bei McDonald`s.

Wieso haben Sie sich für McDonald`s als Arbeitgeber entschieden?

McDonald`s bot damals schon als einer der ganz wenigen Arbeitgeber flexible Arbeitszeit, so dass Schule und Geld verdienen miteinander vereinbar war.

Der Anfang einer langen Geschichte. Wie ging es weiter?

Nach dem Abitur studierte ich zwei Semester Politik, dann Bauingenieurwesen. Nach vier Semestern wusste ich, dass das auch nichts für mich ist. Ich war während meiner Studienzeit zum Vorarbeiter befördert worden und mein damaliger Franchisenehmer bot mir an, die interne Ausbildung zum Restaurantleiter zu durchlaufen. Das habe ich dann gemacht. Innerhalb kurzer Zeit wurde ich einigen internen Schulungen und Kursen zum Restaurantleiter in Ottobrunn bei München befördert.

Viel Verantwortung für jemanden Anfang 20. Wie haben Sie das gemeistert?

Die vielschichtigen Aufgaben eines Restaurantleiters bei McDonald`s waren herausfordernd und nur zu schaffen wenn man sich mit seinem kompletten Team zu einer Einheit verbindet. Inzwischen hatte ich eine Familie gegründet und 1997 zogen wir in die Nähe von Frankfurt. Dort wechselte ich in 
ein firmeneigenes Restaurant und konnte meine Karriere bei McDonald`s weiter vorantreiben. Nach neun Monaten wurde ich zum Bezirksleiter befördert und war verantwortlich für zehn Restaurants im Rhein Main Gebiet, darunter auch die am Frankfurter Flughafen – aufgrund ihrer Größe und  Lage schon alleine ein Fulltimejob!

Ein rasanter Aufstieg. Was mochten Sie an der Arbeit besonders?

Die Kollegen waren bunt gemischt aus vielen Nationalitäten, es machte unheimlich Spaß mit Ihnen die verschiedenen Aufgaben in einem McDonald`s Restaurant zu erfüllen und man war stolz wenn man als Team Höchstleistungen erbracht hat und mal wieder Rekordstundenumsätze knacken konnte.

Auf Grund ihrer Erfahrungen, sowohl beim Franchisenehmer als auch in den firmeneigenen Betrieben, wurden Sie schließlich zum Field Service befördert und betreuten bis zu 10 Franchisenehmer mit Ihren Restaurants.

Ja. Während meiner gesamten Zeit bei McDonald`s – immerhin 20 Jahre – wurde mir immer die Möglichkeiten eröffnet mich intern und extern weiterzubilden. Anfang der 2000er Jahre holte ich den Abschluss zum Fachmann für Systemgastronomie nach. Dieses Angebot nahm ich dankend an, denn realistisch gesehen hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt keine abgeschlossene Berufsausbildung! In den weiteren Jahren war ich neben meinen operativen Aufgaben an mehreren Projekten wie zum Beispiel die Einführung von McCafe oder der Entwicklung verschiedener Datenbanken aktiv beteiligt. Die Arbeit in der Systemgastronomie und mit der Systemgastronomie ist so unheimlich vielfältig und ermöglicht sich in so vielen Bereichen des Geschäftslebens weiterzuentwickeln. Personalführung, Kostenmanagement, Marketing oder Qualitätssicherung und vieles mehr – man wird zu einem Rundummanager ausgebildet.

Welche Eigenschaften sollte man aus Ihrer Sicht mitbringen, um in der Systemgastronomie Karriere zu machen?

Vor allem sollte man offen sein für Neues und bereit Neues anzunehmen. Der Umgang mit Menschen muss einem Spaß machen. Gastronomie ist ein People Business. Darüber hinaus darf man sich auch nicht zu schade sein jede Art von Arbeit selbst zu machen und vorzuleben, nur dann kann man als Führungskraft auch seinen Mitarbeitern zeigen wie es geht und was man von Ihnen erwartet und das man einer von Ihnen ist – ein Teamplayer eben.

Und welche Eigenschaften sind weniger gefragt?

Ein Stubenhocker darf man nicht sein. Außerdem sollte es einen nicht stören an Wochenenden und abends zu arbeiten. Dafür wird einem nie langweilig. Wenn ich so zurückblicke auf die Zeit dann vermisse ich schon manchmal die Hektik und das Gewusel im Restaurant…

2005 holte sie Lavazza Coffee Shops als Operations Direktor um firmeneigene Shops zu konsolidieren und mit einem neuen Franchisesystem in den deutschen Markt einzuführen.

Richtig – und mein gesamtes Team bestand aus Systemgastronomen! Einer meiner damaligen Mitarbeiter ist inzwischen Operations Manager bei Lavazza in den USA. 

Wie ging es weiter?

2009 holte mich PepsiCo als Franchise Manager. Die Aufgaben waren spannend, aber ich verlor immer mehr den direkten Bezug zur Systemgastronomie. Darum bewarb ich mich intern um die Stelle des Key Account Manager für die internationalen Systemgastronomieketten. 2014 trat ich diese Stelle antreten und konnte ab diesem Zeitpunkt wieder in der mir vertrauten Umgebung arbeiten. Seitdem verkaufe ich nicht nur die Produkte von PepsiCo an internationale Ketten, sondern stehe auch mit meinem Wissen und meiner Erfahrung jeweiligen Kunden partnerschaftlich zur Seite, um gemeinsam erfolgreich zu sein.

Interessant finde ich, dass ich für beide Arbeitgeberwechsel durch Headhunter vermittelt wurde. Meine Ausbildung bei McDonald´s wurde hierbei immer sehr hoch eingeschätzt und war der Türöffner für viele weitere Aufgabenfelder. Durch diese Nähe freut es mich auch besonders, dass PepsiCo das erste Fördermitglied des Bundesverbandes der Systemgastronomie war.

Herr Rheindorf, vielen Dank für das Gespräch.

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