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Unternehmensinitiativen zur Flüchtlingsintegration – Systemgastronomie leistet ihren Beitrag

Eines von vielen Beispielen gelungener Integration in der Systemgastronomie: Atallulah Mohebzada

 

Die Anstrengungen der Systemgastronomie rund um die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt stellte im Rahmen einer Podiumsdiskussion Matthias Kutzer von McDonald´s Deutschland Inc. (im Slider: oben rechts) beispielhaft vor.

Im Rahmen des Workshops „Unternehmensinitiativen zur Flüchtlingsintegration“ luden am 28. Oktober 2015 die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) Vertreter der Arbeitgeberseite erstmals zu einem fortlaufenden Dialog.

In drei hochkarätig besetzten Diskussionen schilderten Großkonzerne, kleine und mittlere Unternehmen, wo sie bereits aktiv Integrationsinitiativen unterstützen oder sich über ihr unternehmerisches Kerngeschäft hinaus sozial engagieren. Rund 130 Teilnehmer teilten ihre Erfahrungen über aktuell bestehende Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingen in ein Praktikum, eine Ausbildung oder Beschäftigung, wobei erneut rechtliche und faktische Hürden deutlich wurden. Die Systemgastronomie war vor Ort und in der Diskussion durch Matthias Kutzer , Senior Department Head HR, McDonald´s  und Josef Deutskens, Franchisenehmer McDonald´s vertreten.

Der im Rahmen des Dialogs identifizierte Handlungsbedarf wird von BDA und BDI an die Politik herangetragen.

 

Die Systemgastronomie ist eine Branche voller Chancen und mit Beschäftigten aus mehr als 125 Nationen Integrationsweltmeister. Zahlreiche berührende Einzelschicksale innerhalb der BdS-Mitgliedsunternehmen belegen das große Potential der Branche für gelungene Integration:

Das goldene M steht allgemein für McDonald´s. In Atallulah Mohebzadas Welt steht es für die zahlreichen Möglichkeiten, die sein Arbeitgeber ihm und seiner Familie in den letzten 18 Jahren bot. „McDonald´s hat so viel für mich getan“, erklärt der zweifache Restaurantleiter „Hier bekam ich zum ersten Mal eine echte Chance.“

1996 floh der gebürtige Afghane aus Kabul, wo die Taliban nur Schutt und Asche hinterließen, nach Russland. Die Kriegsszenen aus dem Film „Drachenläufer“ nach dem Roman von Khaled Hosseini, kennt Mohebzada gut. Es sind seine Jugenderinnerungen. In Moskau verkaufte der studierte Wirtschaftswissenschaftler als Straßenhändler Schuhe. Nach einem Jahr hatte er mit Hilfe seines Bruders genug Geld zusammen. Nächstes Ziel: Deutschland.

Sein älterer Bruder bekam ein Jahr zuvor eine Aufenthaltsgenehmigung in Frankfurt und kurz darauf einen Arbeitsvertrag bei McDonald´s. Hier fasste auch Mohebzada Fuß. „Die Restaurantleiterin bot mir an einen Monat Probe zu arbeiten, obwohl ich kein Wort Deutsch verstand“, erinnert er sich Mohebzada.

Hochmotiviert arbeitet er tagsüber im Restaurant, abends und nachts an seinen Sprachkenntnissen. Nach Ablauf des Monats will die Restaurantleiterin ihn nicht gehen lassen. Doch der Behördenweg bis zur unbefristeten Arbeitserlaubnis ist steinig. „McDonald´s stand durchgehend hinter mir“, erzählt der 42-Jährige. „Es hieß immer: Egal was du brauchst, wir kümmern uns.“ Währenddessen kümmert Mohebzada sich um seine neun Geschwister, die noch in Kabul sind. Seine Eltern, die er Anfang 2000 zu sich holt, versterben wenige Monate später – immerhin in Frieden.

Als Jugendliche jobben alle Mohebzadas bei McDonald´s. Heute studieren sie. „Familie“ beschreibe das Gefühl das er mit seinem Arbeitgeber verbindet ohnehin am besten, erklärt der mittlerweile dreifache Vater. Nach nur zwei Jahren Crewmitarbeit bietet seine Restaurantleiterin ihm eine Stelle als Schichtführer an. „Erst habe ich gezögert. Schichtpläne erstellen, den Warenbestand und die Prozesse koordinieren – ich hatte davon keine Ahnung. Und mein Deutsch war noch immer katastrophal“, erinnert er sich „Im Nachhinein war die Beförderung Gold wert. Der ständige Austausch mit Mitarbeitern und Vorgesetzen war besser als jeder Deutschkurs.“

In den Jahren als Schichtführer besucht Mohebzada alle Kurse die McDonald´s anbietet. 2007 fragt ihn der Franchisenehmer ob er ein Restaurants leiten möchte. Drei Jahre kommt ein Zweites dazu. Wenn er nicht gerade zwischen Restaurant und Familie pendelt, engagiert sich Mohebzada als Übersetzer in Flüchtlingsheimen. Bei den aktuellen Meldungen komme vieles hoch. Das helfe ihm die Vergangenheit aufzuarbeiten. In seinen zwei Restaurants mit 90 Mitarbeitern seien 70 Prozent nicht deutscher Herkunft. Das Übersetzen sei er gewohnt. „Bei uns ist Integrationsförderung kein leeres Versprechen“, erklärt er mit dem für ihn typischen gewinnenden Lächeln „Integration gehört zum Tagesgeschäft.“

 

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