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„Die Zeiten starrer Uniformen sind vorbei“

Bei Berufsbekleidung für die Systemgastronomie ist spezielles Know-how gefragt

Moderne Berufsbekleidung spielt in der Systemgastronomie eine große Rolle. Sie schafft einen hohen Wiedererkennungswert, stärkt das Gemeinschaftsgefühl unter den Mitarbeitenden und die Identifikation mit dem Unternehmen. Von starren Uniformen früherer Zeiten sind heutige Kollektionen weit entfernt. Zahlreiche Unternehmen setzen auf mehr Vielfalt bei der Visual Identity. Doch wie entsteht eigentlich eine neue Kollektion? Und was ist bei der Entwicklung wichtig? Einer, der sich damit auskennt, ist Florian Kamm von Wilhelm Weishäupl.

#Gemeinsamer Weg seit mehr als 50 Jahren

Florian Kamm, Prokurist bei Wilhelm Weishäupl

Das mittelständische Münchner Traditionsunternehmen entwirft und produziert für die Gastronomie individuelle, passgenaue Teile. Mit McDonald’s etwa arbeitet Weishäupl seit mehr als 50 Jahren zusammen – seitdem die Marke 1971 ihr erstes Restaurant in München eröffnete. „Wir haben damals alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Arbeitskleidung ausgestattet“, erzählt Prokurist Florian Kamm. Der #gemeinsame Weg wurde erfolgreich fortgeführt. So war das Familienunternehmen bislang für die Herstellung und Logistik von insgesamt zehn Uniformkollektionen für McDonald’s Deutschland zuständig. „Zum Teil haben wir uns dabei nach globalen Uniformen aus den USA gerichtet, zum Teil eigenständige Designentwürfe für Deutschland umgesetzt“, so Florian Kamm.

Eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden ist während der Kollektionsentwicklung unerlässlich. „Es dauert rund drei Jahre, bis eine neue Kollektion letztendlich umgesetzt ist. Optimalerweise fließen die Wünsche der Mitarbeitenden mit ein, verschiedene Entwürfe werden gemeinsam besprochen, Angebote verglichen, Prototypen getestet, mehrmals überarbeitet und optimiert. Schließlich muss alles passen, vom Schnitt über das Material bis zum letzten Knopf“, betont Kamm.

Jeden Tag neu kombinieren

Und wie sieht nun die optimale Berufskleidung für die Systemgastronomie aus? Einen großen Pluspunkt sieht Florian Kamm im Trend zu Mix& Match-Konzepten. „Die Looks sind in den letzten Jahrzehnten moderner und vielfältiger geworden. Man möchte, dass sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Kleidung wohlfühlen und sie gerne tragen.“ Während es früher etwa nur eine starre Uniform gegeben habe, setzten heute etliche Unternehmen auf ein Baukastenprinzip. Kamm: „Niemand möchte jeden Tag das Gleiche anziehen. Das Baukastenkonzept hat den Vorteil, dass die Mitarbeitenden ohne großen Aufwand jeden Tag neu entscheiden können, welche Kleidungsstücke und Accessoires sie tragen wollen – ob gemustertes T-Shirt oder unifarbenes Hemd mit kleinem Logo, ob Fleecejacke oder Weste, schwarze oder blaue Hose. Alle Textilien harmonieren untereinander.“

Komfortabel, langlebig und nachhaltig

Ebenso wichtig wie die Kombinationsmöglichkeit, ist der richtige Schnitt. „Die Kleidungsstücke müssen gut passen. Früher waren die Schnitte unisex, Frauen trugen die gleiche Arbeitskleidung wie ihre Kollegen. Heute wird sogar Arbeitskleidung für Schwangere angeboten“, betont Florian Kamm. Zu einer optimalen Arbeitskleidung gehört aber auch das: Sie muss tragefreundlich, pflegeleicht und langlebig sein.

Und genau dafür ist das Spezialwissen der Textilexperten gefragt. „Bei der Zusammensetzung der Materialien bringen wir unsere ganze Erfahrung ein. Die Zeiten schwerer Uniformen sind definitiv vorbei. Bevorzugt werden leichte, tragefreundliche Materialien, in denen man nicht schwitzt. Für die Unternehmen sind außerdem die Beanspruchbarkeit und Langlebigkeit der Textilien wichtig.  Man muss bedenken: Nach drei Monaten hat ein T-Shirt vielleicht schon 90 Wäschen hinter sich!“, erklärt Florian Kamm. Auch das Thema Nachhaltigkeit nimmt bei der Entwicklung und Produktion von Berufsbekleidung einen großen Stellenwert ein – zum Beispiel, indem Recycling-Polyestergarn verarbeitet wird.

Nach der Produktion und Auslieferung einer neuen Kollektion endet die #gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Textilhersteller und Gastronomieunternehmen noch lange nicht. „Wir kümmern uns um Nachlieferungen und Sonderanfertigungen, um Reklamationen und vieles mehr“, so Florian Kamm.

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