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Agrarfrost

Rund 600.000 Tonnen Kartoffeln verarbeitet das 1967 von Landwirt Reinhold Stöver gegründete Familienunternehmen Agrarfrost jährlich an seinen beiden hochmodernen Produktionsstandorten (Aldrup bei Bremen und Oschersleben bei Magdeburg).

Agrarfrost

Bei Deutschlands größtem Produzenten nachhaltig hergestellter Kartoffel­-Tiefkühlprodukte und Kartoffelspezialitäten kommt alles aus einer Hand: von der Saataufzucht über den Kartoffelanbau und die Ernte bis hin zum fertigen Produkt – für 100 % echten Kartoffelgenuss aus Deutschland – in höchster Qualität. Seit über einem halben Jahrhundert bietet Agrarfrost innovative Kartoffelprodukte für den Lebensmitteleinzelhandel und Foodservice und beliefert dabei bereits 65 Länder weltweit.


Agrarfrost und die Corona-Krise

Die Corona Krise wird als eine der größten Krisen dieses Jahrhunderts in die Geschichte eingehen! Rund um den Globus sind drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus ergriffen worden. Wie lang diese Maßnahmen noch anhalten werden, ist bisher nicht abzusehen. Insbesondere die Lebensmittelindustrie hat sich in den letzten Monaten stark gewandelt: Sie spürt die Auswirkungen von Restaurant-Schließungen und verzeichnet im Gegenzug z.T. eine erhöhte Nachfrage nach Produkten im Lebensmitteleinzelhandel.

Der Beginn der Corona-Krise

Das Ausmaß der Corona-Krise war von Anfang an nicht vorhersehbar. Unabhängig davon hat sich Agrarfrost in unterschiedlichen Absatzkanälen hervorragend positioniert. In den Produktkategorien Kartoffel-Tiefkühlkost, Chips und Kartoffelflocken ist Agrarfrost ein Innovationsführer. Das Unternehmen ist national wie international sehr gut aufgestellt: sowohl im Retail-Markt, im Food-Service als auch im Bereich Quick Service Restaurants. Daraus resultiert ein breit gestreuter Risikosplit, auf den sich Agrarfrost in Krisen- oder Ausnahmesituationen stützen kann. Zudem hat sich unser Unternehmen im Rahmen von Hygiene-Vorgaben schon sehr früh mit diversen Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen vorbereitet, um Mitarbeiter zu schützen und zeitgleich die Kunden weiterhin ohne Lieferengpässe zu bedienen.

Mitten in der Krise

Die derzeitige Lage sowie die vergangenen und aktuellen Entwicklungen rund um das Corona-Virus wirken sich sowohl auf den gesamten Lebensmittelhandel als auch im Food-Service aus. Mit über 220.000 Betrieben und circa 2,4 Millionen Beschäftigten ist die Gastronomie ein entscheidender Wirtschaftsfaktor, der einen enormen Nachfrageinbruch verzeichnet. Diese Auswirkungen im Gastgewerbe sind auch bei Agrarfrost zu spüren. Aufgrund ausbleibender Nachfrage nach Kartoffeltiefkühl-Produkten bei wichtigen Handelspartnern kommt es darüber hinaus zu einem starken Einbruch der Exporte, dies vornehmlich hervorgerufen durch weltweite Restaurantschließungen. Eine Herausforderung lag in einer validen Vorhersage hinsichtlich der Dauer und der Auswirkungen dieser Corona-Krise.

Der Restart nach dem Lockdown

Viele Unternehmen in der Gastronomie haben mit den Auswirkungen des Lockdowns zu kämpfen. Dennoch zeigt der eingeleitete Restart erste positive Tendenzen. In der Gastronomie müssen die getroffenen Maßnahmen, wie Mietzuschüsse und die Senkung der Mehrwertsteuern schnell greifen. In dieser außergewöhnlichen Situation setzt Agrarfrost alles daran, seinen Teil dazu beizutragen, die Produktion der Qualitäts-Tiefkühl-Produkte sicherzustellen und auch dafür zu sorgen, dass ausreichend Agrarfrost-Produkte in den Tiefkühltheken des Lebensmitteleinzelhandel sowie auch im Großhandel/Gastgewerbe vorhanden sind.


Agrarfrost
Manfred Wulf, Geschäftsführer

Rück- und Ausblick von Manfred Wulf, Geschäftsführer

Wie zufrieden waren Sie mit dem Geschäftsjahr 2019?

2019 konnten wir unsere Performance noch weiter steigern. Mit einem Mengenwachstum von 4 % gegenüber dem Vorjahr haben wir uns sogar deutlich besser als der Gesamt-Tiefkühlmarkt entwickelt. Angesichts der klimatischen Veränderungen und der daraus resultierenden erschwerten Erntesituation, die die gesamte kartoffelverarbeitende Industrie im vergangenen Jahr vor extreme Herausforderungen stellte, freuen wir uns umso mehr über dieses positive Ergebnis.

Wie zufrieden waren Sie mit dem Geschäftjahr 2019?

Wir möchten unser Marktpotenzial weiter ausschöpfen und stellen dabei unsere Nachhaltigkeitsziele in den Fokus. Aufgrund der Ernteerträge des vergangenen Jahres wird auch 2019 ein herausforderndes Jahr – und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt von immer größerer Bedeutung. So entwickeln wir aktuell zum Beispiel plastikfreie, biologisch abbaubare Verpackungen.

Was sind Ihre Erwartungen für das Jahr 2020?

Wir starten hochmotiviert in das neue Jahrzehnt. Unserem nachhaltigen Kartoffelanbau und umweltfreundlicher Produktion kommt eine immer größere Bedeutung zu. Wir werden als einer der ersten Tiefkühlkosthersteller die Erwartungen unserer Kunden an nachhaltige Verpackungslösungen erfüllen. Schon jetzt bieten wir plastikreduzierte Verpackungen an und arbeiten darüber hinaus an weiteren innovativen Verpackungskonzepten, die gänzlich auf Plastik verzichten.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung?

Qualifizierte Arbeitskräfte zu finden und langfristig zu halten gestaltet sich in der heutigen Zeit leider immer schwieriger. Das Thema Work-­Life­-Balance ist hier eine große Herausforderung für alle Unternehmen. Hinzu kommt, dass Arbeitnehmer im Bereich sozialer Nachhaltigkeit auf das Angebot von Unternehmen achten. Agrarfrost stellt sich der Herausforderung, auch weiterhin ein sympathischer, attraktiver und zukunftsorientierter Arbeitgeber in der Region zu sein.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Ich bin überzeugt, dass die Nachfrage nach Kartoffel­-Tiefkühlprodukten für die Systemgastronomie weltweit noch stärker wachsen wird. Agrarfrost hat speziell hierfür individuelle Lösungen, die von Kunden weltweit geschätzt werden. Wir wollen gemeinsam sowohl mit langjährigen als auch neuen Kunden weiter wachsen und unsere Marktposition national wie international ausbauen, um dadurch ein sicherer Arbeitgeber in der Region zu bleiben.



Das Interview wurde im Januar 2020 geführt.