„Ich habe hier Wertschätzung gefunden”

Wie Fayez El Ugla in der Systemgastronomie seinen Platz fand – und heute selbst Chancen eröffnet

Als Fayez El Ugla 2014 nach Deutschland kommt, möchte er sich vor allem ein neues Leben aufbauen. Nach seiner Ankunft beantragt er zunächst in Erfurt Asyl und zieht wenige Monate später nach Berlin, wo bereits Angehörige seiner Familie leben. Auf der Suche nach einem sicheren Vollzeitarbeitsplatz bewirbt er sich 2017 online bei McDonald's. Er hat gehört, dass hier jeder eine Chance bekommt.

Eigentlich, so erzählt er heute, sollte der Job nur eine Zwischenstation sein: „Ich wollte nur ein paar Monate bleiben, meinen Gabelstaplerschein machen und mir danach etwas anderes suchen.“

Doch es kommt anders. Schon nach kurzer Zeit fällt den Restaurantleitern auf, mit welchem Engagement der neue Mitarbeiter arbeitet. Fayez El Ugla lernt jede Station kennen, übernimmt Verantwortung und zeigt Eigeninitiative. Bereits nach wenigen Monaten erhält er das Angebot, Schichtführer zu werden.

Ein Schritt zurück – zwei nach vorn

Die neue Aufgabe macht ihm Spaß. Doch dann gerät seine Entwicklung ins Stocken. Probleme mit dem Aufenthaltstitel machen den nächsten Karriereschritt zunächst unmöglich. Die einzige Perspektive: eine Ausbildung.

Vor seiner Flucht hatte Fayez El Ugla in Beirut Business Management studiert. In Deutschland wird sein Abschluss jedoch nicht anerkannt. „Mit 26 Jahren noch einmal eine Ausbildung zu beginnen und mit 16-Jährigen in einer Klasse zu sitzen, war nicht einfach”, erinnert er sich. Gerade das erste Ausbildungsjahr kostet ihn Überwindung. „Ich habe das erste Jahr gar nicht richtig ernst genommen.“ Doch dann fasst er einen Entschluss: „Ich habe gemerkt: Es gibt keine andere Wahl.“ Von diesem Moment an lernt er intensiv und besteht schließlich seine IHK-Abschlussprüfung.

“Wir haben gesehen, wie er sich entwickelt hat”

HR-Managerin Anja Peisker

Diese Entwicklung begleitet auch Anja Peisker. Die 51-Jährige arbeitet seit rund 30 Jahren in unterschiedlichen Funktionen für McDonald's und ist seit 2018 HR-Managerin bei McDonald's-Franchisenehmer Stefan Warweitzki. Heute betreut sie mehr als 600 Mitarbeitende aus den unterschiedlichsten Nationen.

Nach der Ausbildung kehrt Fayez El Ugla in sein ursprüngliches Restaurant zurück. Gemeinsam sprechen die Verantwortlichen mit ihm über seine berufliche Zukunft. „Wir haben gesehen, wie er sich in allem weiterentwickelt hat – fachlich, aber auch menschlich. In seiner Loyalität, seiner Zuverlässigkeit und seinem Verantwortungsbewusstsein”, erinnert sich Anja Peisker.

Für die HR-Managerin ist sein Werdegang kein Einzelfall. In ihrer täglichen Arbeit erlebt sie immer wieder beeindruckende Erfolgsgeschichten von Menschen, die in der Systemgastronomie ihren Weg gehen und Schritt für Schritt Verantwortung übernehmen. Gemeinsam entscheiden sie, Fayez El Ugla den nächsten Entwicklungsschritt zu ermöglichen: die Weiterbildung zum Assistant Manager.

An sich glauben und nicht aufgeben

Innerhalb kurzer Zeit absolviert Fayez El Ugla die internen Führungstrainings und Managerkurse. Wenige Monate später übernimmt er bereits die Verantwortung für ein Restaurant. „Meine Chefs haben mich immer unterstützt”, betont er. Während der Ausbildung erfährt er diese Unterstützung auch ganz praktisch. Durch den Wechsel vom Schichtführer zurück in die Ausbildung sinkt sein Einkommen deutlich. „Sie haben wirklich darauf geachtet, dass ich gut leben kann”, erzählt er.

Fragt man den 32-Jährigen , warum er der Systemgastronomie trotz aller Herausforderungen treu geblieben ist, muss er nicht lange überlegen. „Ich habe hier Wertschätzung gefunden. Das findet man nicht überall. Deshalb wollte ich weitermachen und mir nichts anderes suchen.“

Rückblickend ist Fayez El Ugla überzeugt, dass vor allem das Vertrauen seiner Vorgesetzten seinen beruflichen Weg geprägt hat. Sie haben ihm Chancen eröffnet, ihn gefördert und ihm Schritt für Schritt Verantwortung übertragen. Heute möchte er genau das an andere weitergeben: „Ich helfe gerne anderen, so, wie ich damals selbst Hilfe bekommen habe.“

Besonders schätzt der Restaurantleiter an seiner Arbeit den Zusammenhalt im Team. „Es ist die Teamarbeit. Bei McDonald's nennen wir das die McFamily. Man arbeitet mit Menschen zusammen, unterstützt sich gegenseitig und erreicht gemeinsam Ziele.“  Seine Botschaft an alle, die ihren Weg in der Systemgastronomie beginnen möchten, ist klar: „Man sollte ein Ziel haben. Und wenn man dieses Ziel erreichen möchte, muss man dranbleiben. Ganz wichtig ist, dass man an sich selbst glaubt und nicht aufgibt.“

Fayez El Uglas Geschichte zeigt, was die Systemgastronomie ausmacht: Sie eröffnet Chancen für Menschen, die bereit sind, ihren Weg zu gehen – und auf Menschen treffen, die an sie glauben. Genau das macht sie zu einer echten Branche der Chancen.

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