"Dringend benötigtes Signal zur Entlastung der Branche"
Der Bundestag hat die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent ab 1. Januar 2026 beschlossen. Der Bundesverband der Systemgastronomie e. V. (BdS) begrüßt diesen Schritt ausdrücklich. Die Entscheidung bedeutet für die mittelständisch geprägte Systemgastronomie eine längst überfällige steuerliche Gleichbehandlung von Speisen, unabhängig davon, ob sie im Restaurant oder außer Haus verzehrt werden. Diese Entscheidung ist zudem ein dringend benötigtes Signal zur Entlastung nach Jahren massiver Kostensteigerungen.
Die Steuersenkung gibt unserer Branche endlich wieder Planungssicherheit und schafft die Basis, um wirtschaftlich stabil arbeiten zu können. Die überwiegend mittelständischen Unternehmen der Systemgastronomie konnten die enorm gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre bei Lebensmitteln, Energie und Personal nur in sehr begrenztem Umfang an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben, weil die Gäste selbst durch den Kaufkraftverlust extrem preissensibel geworden sind. Viele Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer haben die zusätzlichen Belastungen aus eigener Kraft kompensiert, um faire Preise und hohe Qualität aufrechtzuerhalten. Die Steueranpassung ermöglicht es nun, Preise stabil zu halten, verlässliche Öffnungszeiten zu sichern und ein breites, bezahlbares Speisenangebot weiterhin für alle zugänglich zu machen.
Die Mitgliedsunternehmen des BdS werden die Steuerentlastung verantwortungsvoll nutzen. Gerade die Systemgastronomie spielt eine zentrale Rolle als Integrationsmotor und will auch weiterhin niedrigschwellige Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichen Herkunfts- und Bildungsbiografien schaffen. Die mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer übernehmen bereits heute Verantwortung als Arbeitgeber mit 100-prozentiger Tarifbindung.
Die steuerliche Entlastung schafft dringend benötigten finanziellen Spielraum, den die Betriebe in mehrere zehntausend neue Arbeitsplätze, hunderte neue Standorte und damit in die wirtschaftliche Erholung unseres Landes investieren werden. Gleichzeitig investieren sie weiter in Digitalisierung, Ausbildung und Qualitätssicherung und stärken so dauerhaft ihre Leistungs- und Zukunftsfähigkeit. Gerade jetzt, wo die Arbeitslosigkeit ein Zehnjahreshoch erreicht hat, und die Wirtschaft stagniert, ist die Systemgastronomie weiterhin ein verlässlicher Partner. Unsere Branche will ihren Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland leisten.
Unsere regionalen Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer schaffen mit ihren Restaurants vor Ort nicht nur wirtschaftliche Wertschöpfung, sondern auch soziale Treffpunkte. Die Steueranpassung trägt dazu bei, die gastronomische Vielfalt in Städten wie im ländlichen Raum zu erhalten – und damit Orte, an denen Menschen zusammenkommen, Gemeinschaft erleben und teilhaben.
Ausblick:
Mit dem Beschluss des Bundestags ist ein entscheidender Schritt getan. Die Zustimmung des Bundesrates steht noch aus. Der BdS appelliert an die Länder, die Entlastung ebenfalls zu unterstützen und damit Planungssicherheit für Millionen Gäste, Beschäftigte und Unternehmerinnen und Unternehmer zu schaffen.