Aus dem Leben eines/r Fachmannes/-frau für Systemgastronomie

12. April 2016 - Vor genau einem Monat kämpften rund 100 Wettkapfteilnehmer beim 7. Teamcup der Systemgastronomie in Hamburg um den Pokal. Die Ausbildungsmeisterschaft spiegelt perfekt wider, was angehende Systemgastronomen im Restaurantalltag erwartet. Wer die Ausbildung zum/r Fachmann/frau für Systemgastronomie erfolgereich abschließt, dem winken viele Aufstiegschancen. Aber wer hat das Zeug dazu? Was erwartet einen? Der BdS hat die gefragt, die es wissen müssen - nämlich das Gewinnerteam des Teamcups der Systemgastronomie 2016.

Euer Konzept hat die Jury des Teamcups der Systemgastronomie 2016 voll überzeugt! Wollt ihr es uns kurz erklären?

Nhu-phuong Nguyen: Wir hatten nicht wirklich ein Konzept, sondern wir kannten einfach die Stärken und Schwächen des anderen und daraufhin haben wir die Aufgaben verteilt.

Als Gewinner des Teamcups habt ihr jede Menge Kreativität und Teamgeist gezeigt – wie sehr spiegelt der Wettbewerb den Restaurantalltag wider?

Marcel Johnen: Sehr! Der Wettbewerb zeigte viele Facetten, genau wie das Arbeiten in der Systemgastronomie. Man wird tagtäglich in neue Situationen gebracht, in denen es gilt, eine möglichst gastorientierte Lösung zu finden.

Nhu-phuong Nguyen: Sehr. Jeden Tag sind neue Herausforderungen im Restaurantalltag, kein Tag ist wie der andere. Es gibt immer neue Situationen zu bewältigen. Man muss sehr viel kommunizieren, damit die Abläufe zügig ablaufen und man muss Tag für Tag als Team fungieren, damit das Restaurant laufen kann.

Was macht die Arbeit in der Systemgastronomie für euch so attraktiv?

Marcel Johnen: Eben diese Facetten, die oben angesprochen wurden. Es wird nie langweilig. Man lernt viele unterschiedliche Menschen kennen. Es gibt immer was zu tun und Spaß macht es obendrein. Zudem gibt es in der Systemgastronomie diverse Möglichkeiten, eigene Ideen zu verwirklichen und sich mit einem guten Konzept selbst etwas aufzubauen.

Nhu-phuong Nguyen: Die Arbeit ist sehr attraktiv, da man sehr viele Seiten der Systemgastronomie kennenlernt. Vom Spüler bis zum Bürohengst ist alles dabei. Man muss als Systemgastronom alles machen können und offen für Neues sein. Zudem lernt man so viele Menschen kennen, ist ständig in Kontakt zu den Gästen und lernt verschiedene Kulturen im Kollegium kennen. Zudem ist sehr attraktiv, dass man viele Aufstiegschancen hat.

Marketa Povysilova: Man ist immer in Bewegung und lernt viele Leute kennen.

Marcel Fleischer: Man lernt sehr schnell, Verantwortung zu übernehmen und stößt auf viele unterschiedliche Kulturen.

Was war am Anfang besonders herausfordernd?

Marcel Johnen: Klar, aller Anfang ist schwer. Doch mit einem guten Team im Rücken fällt auch das leicht. Schwierig war es zunächst, die Rezepturen und Abläufe zu verinnerlichen.

Nhu-phuong Nguyen: Am Anfang war es besonders herausfordernd, die vielen Regeln und Standards zu beachten. Aber eigentlich ist jeder Tat eine Herausforderung, weil man nicht weiß, was passiert.

Für welche Fächer sollte man sich interessieren, wenn man Fachmann/-frau für Systemgastronomie werden möchte?

Marcel Johnen: Mathematisches Grundverständnis und gute Deutschkenntnisse sind unabdingbar. Zudem sind Fremdsprachen in der Gastronomie sicher von Vorteil.

Nhu-phuong Nguyen: Man sollte auf jeden Fall ein mathematisches Grundverständnis haben und fließend Deutsch sprechen. Zudem sollte man keine zwei linken Hände haben und sich für kaufmännisches Arbeiten interessieren. Man muss gerne Gastgeber sein!

Marketa Povysilova: Gastorientierung und Marketing.

Marcel Fleischer: Mathematik und wirtschaftliches Verständnis.

Welche Charaktereigenschaften sind von Vorteil?

Marcel Johnen: In der Gastronomie sollte man definitiv ein offener Mensch sein. Man arbeitet oft mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen zusammen. Man sollte kommunikativ sein und den Dialog mit den Gästen nicht scheuen. Wer nicht gerne unter Menschen ist und eher ein Einzelkämpfer ist, hat in der Systemgastronomie nichts verloren. Teamwork steht ganz weit oben. Als Fachmann für Systemgastronomie sollte man zudem selbstbewusst sein, um in einer späteren Führungsposition nicht unterzugehen.

Nhu-phuong Nguyen: Man sollte ein offener, fröhlicher Mensch sein, der gern den Gast in den Mittelpunkt stellt. Freundlich und gepflegt sind ebenfalls wichtige Kriterien. Als Führungskraft sollte man selbstbewusst und kommunikativ sein. Das wichtigste in der Systemgastronomie ist es jedoch, ein Teamplayer zu sein!

Marketa Povysilova: Teamfähig, respektvoller Umgang mit anderen Menschen.

Marcel Fleischer: Teamfähigkeit, Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität.

Was war euer bislang schönstes Restauranterlebnis?

Marcel Fleischer: Es gibt so viele positive Erlebnisse, von denen ich berichten kann. Besonders freue ich mich über Situationen, in denen es gelingt, den Gast positiv zu überraschen, indem wir einen Service bieten, der Erwartungen übertrifft. Das anerkennende Lächeln ist, was mich antreibt.

Nhu-phuong Nguyen: Es gibt sehr viele schöne Momente im Restaurantalltag. Jedes Mal, wenn ein Gast zufrieden aus dem Haus geht, ist das schön. Einmal kam eine Dame und hat mir einen riesigen Strauß Blumen geschenkt und gesagt, dass sie mir eine Freude bereiten wollte, da ich ihr Frühstück jeden Tag zu etwas Besonderem machen würde.

Marketa Povysilova: Als Ausländerin nach nur zwei Jahren in Deutschland Schichtführerin geworden zu sein.