Transparenz schafft Vertrauen

v.l.n.r.: Prof. Dr. Udo di Fabio, Dr. Bernhard Url, Geschäftsführender Direktor der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff

Spielregeln sind richtig und wichtig. Aber wo werden Vorgaben zu edukativen Maßnahmen mit denen das Verhalten gesteuert werden soll? Und wie viel Steuerung durch den Staat ist angemessen? Dies ist eines der Themenfelder des BdS. Aufgegriffen wurden die Fragen u.a. bei der Jahrestagung des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde BLL, mit dem der BdS seit Jahren eng zusammenarbeitet.

Prof. Dr. Udo di Fabio

Gastredner Prof. Dr. Udo di Fabio referierte über "Nudging". Die Lehre amerikanischer Verhaltensökonomen sieht vor, dass der Staat die Bürger statt mit Verboten und Zwängen mit gezielten "Stupsern" zur erwünschten Verhaltensweise wie gesünderem Essen oder weniger Stromverbrauch animiert. Der Bonner Staatsrechtler Di Fabio sieht durch solche Methoden die Freiheit der Bürger in Gefahr. Die Regierung dürfte nicht an ihren Bürgern herumpsychologisieren. Gesetze müssten "klar und bestimmt" sein, fordert der ehemalige Bundesverfassungsrichter.

Der BdS teilt die Auffassung, dass hier ein Abwägungsprozess stattfinden muss: Einerseits muss Komplexität so reduziert werden, dass Verbraucher nicht von Informationen überflutet werden, andererseits sollen sie so informiert werden, dass sie eigene Entscheidungen treffen können.