Interview mit Dietlind Freiberg, Director Corporate Social Responsibility bei McDonald's Deutschland

Dietlind Freiberg, Director Corporate Social Responsibility, McDonalds's
Dietlind Freiberg, Director Corporate Social Responsibility, McDonalds's

Interview mit Dietlind Freiberg, Senior Director Corporate Responsibility & Environment (oder: verantwortlich für Nachhaltigkeit bei McDonald's Deutschland)

BdS: Wie hat sich aus Ihrer Sicht der Stellenwert der unternehmerischen Verantwortung in Politik und Gesellschaft entwickelt?

Freiberg: Dass Unternehmen verantwortlich sind für die Wirkungen Ihres Tuns auf Umwelt und Gesellschaft stellt, glaube ich, niemand mehr in Frage. Erstmalig hat ein Papst ein Lehrschreiben über den Umgang mit der Umwelt veröffentlicht.

Die Verbindung von ökologischen, sozialen und politischen Fragen ist das Leitmotiv des Schreibens mit dem Titel „Laudato si“. Papst Franziskus fordert die Menschheit auf, andere Wege im Umgang mit der Welt zu suchen, allem voran "andere Formen des Wirtschaftens". Das ist zum Beispiel für mich ein Indikator, dass das Thema Nachhaltigkeit weltweit mehr drängt denn je.

BdS: Können Sie das noch etwas konkretisieren, vor allem in Bezug auf Deutschland?

Freiberg: Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung in Deutschland hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Nachhaltigkeit ist ein politisches Leitprinzip der Bundesregierung. Im Fortschrittsbericht 2012 zum Stand der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie wird das Zusammenspiel zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Unternehmen und Verbrauchern klar beschrieben. Während die Bundesregierung im Rahmen der Vereinten Nationen und auf Europäischer Ebene das Thema Nachhaltigkeit stark macht, bemühen sich Bundesländer und Kommunen, Aktivitäten und Ziele besser aufeinander abzustimmen. Wir sind als Unternehmen ein Teil der Zivilgesellschaft, tragen für unsere Produktion und Produkte die Verantwortung, die Konsumenten für ihre Kaufentscheidungen.

BdS: Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für die Systemgastronomie?

Freiberg: Es sind aus meiner Ansicht nach zwei wesentliche Handlungsstränge, um die es geht. Einerseits können wir als Branche sicher noch mehr tun, um nachhaltiger zu werden. Das fängt bei der Rohwarenbeschaffung an, geht weiter über Verpackungen, Logistik, den Restaurantbetrieb bis hin zu unseren Mitarbeitern. In einigen Bereichen können wir viel von den Trends in der Industrie lernen, das ist einfach spannend.

Andererseits könnte sich die Systemgastronomie eine robuste Nachhaltigkeitsagenda geben und sich Ziele setzen, was die Branche in Zukunft erreichen möchte. Das würde sicher auf breite Zustimmung bei den Gästen und in der Öffentlichkeit stoßen, eine Orientierung nach innen und außen geben und auch im Dialog mit Politik und Gesellschaft hilfreich sein. Zudem ist es ja so, dass im Moment der Lebensmitteleinzelhandel mit seinen Nachhaltigkeits-Initiativen bei den Verbrauchern eine hohe Aufmerksamkeit erzielt. Auch hier können wir lernen.

BdS: ... und wie geht es demnach weiter mit dem Thema Nachhaltigkeit bei McDonald's Deutschland?

Freiberg: In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um Nachhaltigkeit glaubwürdig und offensiv kommunizieren zu können, auch gegenüber unseren Gästen. Der Nachhaltigkeitsbericht und auch die dahinter stehende, von unabhängigen Dritten geprüfte Nachhaltigkeits-Bilanz von McDonald's Deutschland sind bei unseren Stakeholdern anerkannt. Wir leiten aus dieser Bilanz Handlungsspielräume und Projekte ab, die wirklich innovativ und wirtschaftlich interessant sind. Bei neuen Vorhaben und Planungen verschiedener Unternehmensbereiche wird Nachhaltigkeit mit berücksichtigt. Ich gehe davon aus, dass sich erst recht in Zukunft erweisen wird, dass Nachhaltigkeit und Erfolg einfach zusammen gehören.